DIY: Spiegel mit indirekter Beleuchtung.

Ein Sprichwort sagt „Nichts ist so beständig, wie ein Provisorium“.
Daher haben wir schon während des Einzugs versucht die Einrichtung des Hauses weitestgehend zu komplettieren.
Das ist uns auch gelungen, bis auf den Spiegel im Gäste-WC.

Provisorisch hatten wir dort einen alten Spiegel aus meiner Studentenzeit(!) auf die Vorwand über dem Waschbecken gestellt.
Nach nun einem Jahr hatte v.a. meine Frau die Nase voll davon und es musste eine richtige Lösung her.
Ihr Wunsch war ein großflächiger Spiegel mit indirekter Beleuchtung.
Natürlich gibt es solche auch fertig zu kaufen. Da diese aber relativ teuer sind und ich bei der Stromversorgung vor einer gewissen Herausforderung stand, entschied ich mich kurzerhand einen solchen Speigel selbst zu bauen.

Vorweg ein wichtiger Hinweis an alle, die sich inspiriert fühlen und selbst so ein Projekt in Angriff nehmen wollen:
Bei allen Arbeiten an stromführenden Teilen immer zuerst die Sicherung ziehen und mit einem Phasenprüfer sicherstellen, daß wirklich keine Spannung mehr anliegt oder einen Fachmann zu Rate ziehen. Ebenso sollte man sich vor dem Bohren vergewissern, daß an der Bohrstelle keine Strom-, Wasser oder Gasleitungen verlegt sind, die man beschädigen könnte. Sicherheit geht vor!

Die Stromversorgung.

Die Herausforderung bei der Bestromung war, daß wir keinen Wandauslaß haben an dem die Speigelbeleuchtung angeschlossen werden kann.
Glücklicherweise befindet sich aber in der Vorwand über dem Waschbecken eine Steckdose, von der sich die Stromversorgung abzweigen ließ.
Dazu musste ich über der Steckdose ein Loch durch die Fliese in die Vorwand bohren, um ein Kabel zur Steckdose führen zu können. Wie man in Fliesen bohrt, ohne diese zu beschädigen, kann man in diesem guten Tutorial nachlesen.

Die Steckdose selbst ist in einer Hohlwanddose verschraubt, bei der ich den Boden mit einem Messer vorsichtig herausgeschnitten habe, um das Kabel „um die Ecke“ zur Steckdose führen zu können. Natürlich wäre es einfacher gewesen die HWD auszubauen, allerdings hat der Fliesenleger das Loch in der Fliese zu klein ausgeschnitten, um die HWD nach vorne ausbauen zu können.

Der Spiegel.

Obwohl der Spiegel mit seinen Sondermaßen in keinem Baumarkt erhältlich ist, war er die einfachste Komponente in diesem Projekt.
Ich habe ihn bei myspiegel.de maßfertigen lassen. Dazu werden nur die Maße bei der Bestellung angeben und innerhalb von ca. 7-10 Tagen wird er nach Hause geliefert. Preislich nicht unattraktiv, da unser Spiegel mit den Maßen 143cm x 103cm x 0,5cm inkl. Transport auf genau 100€ kam.
Allerdings sollte man beachten eine geschliffene Rundkante mit zu bestellen, wenn der Spiegel ohne Rahmen angebracht wird. Das verhindert die Verletzungsgefahr an den scharfen Kanten. Für große Spiegelflächen empfiehlt sich aus Stabilitätsgrunden eine Glasdicke von mindesten 5mm, damit sich der Spiegel beim Transport und Montage nicht so leicht verwindet.

Die Aufhängung.

Für die Aufhängung und Halterung des Spiegels, sowie für die Anbringung des LED-Strips (dazu später mehr), habe ich U-förmige Aluprofile (50x50x50) auf der Spiegelrückseite mit doppelseitigem Klebeband Tesa Powerbond Ultra Strong aufgeklebt.
Der Spiegel wird mit dem Profil von zwei Winkelhaken an der Wand gehalten.
Obwohl das Klebeband laut Hersteller bis zu 100kg/m tragen kann und es somit den 22kg schweren Spiegel am 133cm langen Profil locker halten sollte, habe ich dennoch den Spiegel auf der Vorwand aufgesetzt und nicht freihängend angebracht. Somit trägt die Vorwand das Gewicht und die Winkelhaken verhindern das Kippen des Spiegels.
Vor dem Aufkleben des Klebebands reinigt man am besten die Klebestellen auf dem Spiegel und den Profilen mit etwas Alkohol für maximale Haftkraft.
Auf dem Bild unten sieht man die vollständige Rahmenkonstruktion mit bereits aufgeklebten LED-Streifen.

Die Beleuchtung.

Der Spiegel wird rundrum durch einen LED-Strip hintegrundbeleuchtet. Dazu habe im Abstand von 5cm vom Spiegelrand einen RGBWW LED-Strip über die Aluprofile geklebt und mit dem Netzteil und Controller verbunden.
Da die Profile mit 50mm breit genug sind, verschwinden Netzteil und Controller elegant hinter dem Spiegel. Am unteren Profil habe ich noch eine Aussparung von 2 cm vorgesehen, um das Stromkabel durchführen zu können. Besonders praktisch ist, daß das Aluprofil den Trafo nicht nur gut aufnimmt, sondern auch prima kühlt (im oberen Bild links unten).

Ich habe mich für ein RGBWW LED-Streifen entschieden, da ich gern eine echte warmweiße Beleuchtung haben wollte. Diese Streifen haben neben den roten, grünen und blauen LEDs noch extra Reihe warmweiß strahlender LEDs aufgeklebt. Normale RGB-Streifen mischen das weiße Licht aus den RGB-Anteilen der LEDs, was mir von der Lichttemperatur her jedoch nicht gefällt.
Dazu passend habe ich einen Controller, der über eine IR-Fernbedienung diverse vorgegeben Farben und Lichteffekte einschalten kann. Zusätzlich läßt sich dieser auch im WLAN per App und Alexa steuern. Der Controller aber nicht im Profil verbaut werden, da dieses das WLAN abschirmt und die Steuerung per App verhindert (im oberen Bild rechts unten)

Das Ergebnis.

Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden und meine Frau hat auch recht freudig und das Gewerk abgenommen ;-).
Hier mal eine RGB-Demo-Loop des Controllers (ist wirklich nur zur Demo empfohlen und um den LED-Streifen zu testen).

Der eigentliche Farbton der LEDs ist dieser warm-weisse hier.

 

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