Umstieg zu Feed a Fever.

Meinen selbst-gehosteten RSS-Aggregator Tiny Tiny RSS  (TT-RSS) habe ich vor etwa zwei Wochen durch Feed a Fever (kurz Fever) abgelöst, das nun das Einsammeln und Sortieren meiner RSS-Feeds auf meinem Server übernimmt.

Fever ist ebenefalls ein RSS-Aggregator, der auf dem eigenen Server läuft und lediglich einen LAMP-Stack benötigt. Im Gegensatz zu TT-RSS ist Fever jedoch keine Open-Source Lösung, sondern kostet 30,- USD. Darin enthalten sind alle minor updates, major updates werden Bestandskunden jedoch mit einem Discount angeboten.
Darüberhinaus ist Fever im Gegensatz zu TT-RSS nicht multi-user-fähig, das heißt pro Installation kann nur ein User Fever benutzen. Da lediglich ich allein Fever nutze, ist das für mich keine Einschränkung.

An dieser Stelle kann man die berechtigte Frage stellen, warum ich zu Fever gewechsel bin.
Nun, ich bin nachwievor im Großen und Ganzen mit der Leistung und dem Funktionsumfang von TT-RSS zufrieden und kann es jedem bedenkenlos weiterempfehlen. Allerdings, war mir die UI und Navigation (schon immer) etwas umständlich und unaufgräumt. Zwar nutze ich als Frontend in der Regel Reeder auf dem Mac und dem Iphone zum lesen der Feeds, die WebUI ist allerding noch verbesserungswürdig. TT-RSS lässt sich zwar durch diverse Plugins ganz einfach erweitern, allerdings habe ich feststellen müssen, daß im Gegensatz zur Basis-Plattform diese Plugins nicht sonderlich weitergepflegt und weiterentwickelt werden. Supportanfragen im unübersichtlichen Forum, werden leider oft wenig hilfreich mit “use the f*ing search function” quittiert. Die Suchfunktion ist mir zwar durchaus vertraut, nur wenn ein Link zu den User Contributed Plugins ins 404 führt, hilft mir das aber auch nicht weiter. Dezente Hinweise, daß nach dem Umzug des Projektes von GitHub zu GitLab noch einige Links angepasst werde müssten, werden ignoriert. Klar, es ist ein Open-Source Projekt und man kann nicht den selben Support erwarten, wie bei einer Bezahllösung (was leider auch nicht immer ein Garant für zügigen, kompetenten und freundlichen Support ist!), aber ganz so ignorant muß es auch nicht sein.

Da ich über Fever stets positive Erfahrungsberichte gelesen habe, habe ich mich entschlossen die 30,-$ fast blind zu investieren. Wer Fever vorher in einer Live-Demo testen will, wird entäuscht . Es steht auf der Webseite lediglich eine Video zur Verfügung, das allerding sehr umfassend die Funktionsweise von Fever erklärt.

Fever installieren.

Zunächst muß man auf der Webseite einen Account anlegen, um ein kleines Script herunterzuladen mit dem vor dem Kauf zwei Dinge geprüft werden:

  1. Erfüllt der Server alle Voraussetzungen, damit Fever sauber läuft?
  2. Wenn das Script erfolgreich installiert wurde und läuft, ist davon auszugehen, daß der User technisch versiert genug ist und nicht 30,-$ investiert hat um an der Installation von Fever zu scheitern :-).

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Nach der Registrierung muß das heruntergeladenen ZIP-File dann entpackt und per FTP auf den Server geschoben werden.
Mit http://meinedomain/fever/boot.php wird das Script gestartet.

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In meinem Fall gab es zwar ein vermeintlich kleines Problem beim Browser Push, das aber durch das Script gefixt werden konnte.

Als nächstes muss jetzt nur noch die Datenbank eingetragen werden.

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Damit ist die Kompatibilitätsprüfung abgeschlossen und das Script lädt im Hintergrund die komplette Software in das Fever-Verzeichnis.

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Nach einem Reload der Seite wird die Domain, für die Fever aktiviert werden soll, und ein individueller Kompatibilitätscode angezeigt. Dieser Code wird auf der feedafever-Seite in eurem Accountbereich benötigt, um den Zahlungsvorgang einzuleiten.
Nach Abschluß des Zahlungsvorgangs erhält man den Aktivierungscode, der im letzten Feld eingegeben wird.

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Damit ist die Installation abgeschlossen und es kann mit der Einrichtung von Fever endlich losgehen.

Feeds und Cronjobs einrichten.

Wer bereits auf Feedly oder einem anderen RSS-Reader seine Feed liest, hat in der Regel für den Umzug auf Fever die Möglichkeit seine Feeds als OPML-File zu exportieren und dieses in Fever zu importieren. Damit ist der Umzug innerhalb weniger Minuten erledigt.

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In der WebUI werden die Feeds alle 15 aktualisiert bzw. beim Start der UI. Für die Aktualisierung für einen RSS-Client wie z.B. Reeder, muß jedoch noch ein passender Cronjob eingerichtet werden, der die Feeds aktualisiert.

Fazit.

Ich bin von Fever schlichtweg begeistert und bereue den Umzug nicht!
Auch wenn die Installationsprozedur etwas umständlich erscheint, ist sie beileibe kein unüberwindbares Hindernis.
Die UI ist klar und aufgräumt (besser als bei meinem bisherigen Favoriten Feedly) und erlaubt mir ein völlig ablenkungsfreies Lesen der Feeds.
Trotz des großen Funktionsumfangs, der aus meiner Sicht kaum Wünsche offen lässt, ist die Bedienung und Einrichtung sehr einfach und intuitiv.
Ein interessantes Feature von Fever ist die “Hot List”. Hier werden die verlinkten Artikel aller Feeds analysiert und gemäß eines Ranking-Algorithmus bewertet. Je stärker einzelne Themen verlinkt sind, um so “heisser” sind sie und werden in der Liste weiter oben mit einer höheren Temperatur angezeigt. So kann man sich ganz schnell einen guten Überblick verschaffen, welche Themen “hot or not” sind ohne sich lange durch einzelne Feeds zu wühlen. Bisher habe ich mir aber dieses Feature noch nicht genauer angesehen, sodaß ich keine Aussage über die Güte des Rankings machen kann. Leider findet sich auf der Webseite keine detaillierte Dokumentation dazu.

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Sehr gut ist auch die Sharing-Funktion umgesetzt, über welche Artikel auf Twitter oder per Email geteilt werden können. Um zum Beispiel einen Artikel in Pocket speichern zu können, gibt man in den Preferences folgende URL ein und kann auch einen Short-Cut dafür angeben.

Mittlerweile habe ich auch eine elegante Lösung gefunden, um – ähnlich wie beim Feedly Premium-Abo – Artikel als PDF in der Dropbox oder einem anderen Cloudspeicher abzulegen. Dazu werde ich aber in Kürze einen eigenen Beitrag schreiben.

Fever macht mir in der kurzen Zeit so viel Spaß, daß ich in den letzten Tagen meine Feeds auf dem Mac lieber im Browser konsumiere als mit Reeder App :-)

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1 Gedanke zu “Umstieg zu Feed a Fever.

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